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Alle Kategorien > Öffentlich > Transhumanismus > Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
Anzahl Nachrichten: 5 - Seiten (1): [1]
Benutzerbild Autor: Nico Hermann
Erstellt: Nov 02 2007 - 10:18 AM
Betreff: Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
Der Arzt William Hurlbut ist in Amerika vor allem wegen seiner Mitgliedschaft im Bioethik-Ausschuss des US-Präsidenten bekannt. Der Stanford-Dozent ist auf der Suche nach einem "dritten Weg" in der Stammzellenforschung: Zwar ist er Gegner der Zerstörung von Embryonen für die Wissenschaft, spricht sich aber dennoch für die Nutzung der Keimzellen des Lebens aus. Dieses Paradoxon soll eine Technologie auflösen, die Hurlbut "Altered Nuclear Transfer", kurz ANT, nennt. Das Ziel: Embryonale Stammzellen sollen entstehen, ohne dass menschliche Embryonen zerstört werden müssen.
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Die gebräuchlichste Methode, embryonale Stammzellen zu erzeugen, ist das Klonen: Der Kern einer Spenderinnen-Eizelle wird dabei durch den Kern einer Erwachsenenzelle ersetzt – in einem Prozess, der sich somatischer Zellkerntransfer nennt. Anschließend wird die Eizelle dann zur Teilung animiert. Die Stammzellen, die aus dem sich dadurch entwickelnden Embryo hervorgehen, sind enorm wertvoll, weil sie pluripotent sind – sie können sich also in jede Form von Körpergewebe entwickeln. Das Ernten dieser Stammzellen zerstört allerdings auch den Embryo – was ethisch äußerst umstritten ist.

Beim ANT-Verfahren, das zumindest bereits bei Mäusen funktionieren soll, werden hingegen vor dem Zellkerntransfer wichtige Gene abgeschaltet – im somatischen Zellkern, aber auch manchmal im Cytoplasma der Eizelle. Dies würde zu einer Zellmasse führen, aus der sich kein Embryo entwickeln kann, meint Hurlbut im Gespräch mit dem Technologiemagazin Technology Review. Der nächste Schritt sei nun, ANT auch bei Primaten, konkret bei Rhesusaffen, zu untersuchen. "Wenn es dort klappt, dann können wir mit gutem Gewissen und der gegebenen Vorsicht mit der Arbeit an menschlichen Zellen weitermachen", so der Bioethiker.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/98358
Autor: M. Leis
Erstellt: Nov 11 2007 - 07:40 PM
Betreff: re: Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
Hi,

...das Beispiel zeigt wieder einmal, dass man schon generell Hoffnungen in die Anwendungen setzt, die aus der humanembryonalen Stammzellforschung resultieren könnten. Das Beispiel zeigt auch, wie die gesamte Angelegenheit inzwischen von spitzfindigen Definitionen abhängig ist (ist es jetzt ethisch in Ordnung, potentielles menschliches Leben gentechnisch so zu verändern, dass daraus kein Mensch mehr entstehen kann???) - und es gab ja schon andere Vorschläge, das ethische Dilemma zu umgehen...(scheinbar nicht erfolgreich...)

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/269139


Dennoch wird es wohl noch etwas dauern, bis diese Methode wirklich anwendungsreif ist.

Die gebräuchlichste Methode, embryonale Stammzellen zu erzeugen, ist das Klonen


... sowiet ich weiß, gibt es gerade bei der Klonierungsmethode (therapeutisches Klonen) bisher noch ziemliche Probleme.

Anm: die folgenden Argumente sind nicht wertend gemeint, sondern als Darstellung möglicher Widersprüche der gesetzlichen Lage und sozialen Handlungspraxis:

Wird nicht eine Vielzahl der humanambryonalen Stammzellinien (hESZ) aus nicht verwendeten 'Embryonen' als Folge künstlicher Befruchtungen gewonnen, die dann euphemistisch "verworfen" (Sprich: getötet) und nicht (wie Embryonen für die Stammzellforschung) "zerstört" oder "getötet" würden? Oder aus abgetriebenen Föten? Manchnal scheint es, dass v.a. das sog. therapeutische Klonen und die diesbezügliche Gewinnung der hESZ als unethisch in den Vordergrund gestellt wird, wobei die Punkte "was tun mit 'überzähligen Embryonen' aus IVF-Behandlungen" und "sind Abtreibungen nach einer erfolgreichen 'Schwangerschaftskonfliktberatung' gerechtfertigt" oftmals gar nicht in diesem Kontext diskutiert werden. (Selbst bei Vergewaltigung könnte man - rein logisch betrachtet - fragen: was kann das werdende Kind dafür, und bei der Argumentation der Gefahr des Lebens der Mutter wird eine Haltung vertreten, welche der 'Personhood-Theoroie' doch recht nahe kommt).

Meiner Meinung nach sollte man zunächst Kriege verbieten und dafür sorgen, dass nicht jetzt lebende Menschen (v.a. in Entwicklungsländern) an (vermeidbaren) Krankheiten, Hunger und Durst sterben müssen, bevor man die hESZ verbietet.

Viele Grüße,

MJSL
Benutzerbild Autor: Michael Holz
Erstellt: Nov 07 2008 - 12:50 PM
Betreff: re: re: Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
Also meine Meinung ist, dass diese neue ANT-Methode keinerlei Schärfe aus dem ethischen Problem nimmt.
Wie in einem obigen Beitrag schon gesagt wurde, führt das gentechnische Verändern der Zellen doch auch nur zu dem Resultat, dass man mögliches Leben verhindert.
Deswegen verstehe ich nicht, wie diese neue Methode helfen soll, an embryonale Stammzellen zu kommen und Ethikkommissionen zu umgehen.

Daher befürchte ich, dass die geläufige Ethik diese Wissenschaft noch ein Weilchen aufhält.

Grüße
Autor: David Apellido
Erstellt: Nov 09 2009 - 11:12 PM
Betreff: re: Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
Ich mache mir darum ehrlich gesagt keine Großen Sorgen...

Zwar ist die Stammzellenforschung in Deutschland mit hohen Auflagen verbunden, dafür wird der Fortschritt aus Ländern wie Singapur kommen.

Ärgerlich ist, dass so viel Potenzial und Kreativität in diesem Bereich nicht ausgeschöpft wird, was den Fortschritt massiv ausbremst.
Es ist kaum vorstellbar was innerhalb weniger Jahre erreicht werden könnte, wenn die Stammzellenforschung liberalisiert werden würde...

Die rote Biotechnologie ist ein gutes Beispiel dafür, welche Eigendynamik solche neuen Technologien entwickeln können und wie stark sie die Lebensqualität der Menschen verbessern können.
Autor: Man Power
Erstellt: May 27 2010 - 05:15 PM
Betreff: re: re: Bioethiker hofft auf "dritten Weg"
David Apellido schrieb:
Ich mache mir darum ehrlich gesagt keine Großen Sorgen...

Ärgerlich ist, dass so viel Potenzial und Kreativität in diesem Bereich nicht ausgeschöpft wird, was den Fortschritt massiv ausbremst.
Es ist kaum vorstellbar was innerhalb weniger Jahre erreicht werden könnte, wenn die Stammzellenforschung liberalisiert werden würde...


:-( da sprichst du mir aus der seele... ich würde so viel ergeiz in so eine forschung stecken .. aber meine proffesoren an der uni sagen mir, ich solle lieber "ernsten" dingen meine fähigkeiten schenken ...
:-( zu wenig akzeptanz :-(
Anzahl Nachrichten: 5 - Seiten (1): [1]
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