USA, 1997, Dauer: 110 Minuten
Andrew Nicols Regiedebüt aus dem Jahr 1997, mit Ethan Hawke, Uma Thurman und Jude Law in den Hauptrollen, beschäftigt sich mit einer Thematik, die in vielleicht nur wenigen Jahren auch in unserer Gesellschaft zur Diskussion stehen wird. Das Setting des Films ist beeindruckend und zeigt in ästhetischen Bildern das Leben in dem Komplex der Gattaca Aerospace Corporation, deren Protagonisten im Stile der 50er Jahre eingekleidet sind.
Der Film beschreibt in einer nicht allzu fernen Zukunft die Existenz einer Gesellschaft, die nicht länger nach Hautfarbe oder sozialer Herkunft unterscheidet, sondern nur noch zwei Klassen von Menschen kennt, natürlich geborene Menschen und genetisch optimierte Menschen. In den beiden Brüder Vincent (“in-Valid“, Ethan Hawke) und Anton (Valid, Loren Dean) spiegelt sich genau diese Situation wieder.
Während dem zweitgeborenen und genetisch optimierten Anton alle Türen im Leben offen stehen, ist der natürliche geborenen Vincent, der von einer Kariere in der Raumfahrt und einem Flug zum Titan träumt, aufgrund seines angeborenen Herzfehlers der Zugang verwährt. Vincent sieht sich mit einer Gesellschaft konfrontiert, die trotz gesetzlicher Anti-Diskriminierungsregeln, genetisch vorbelasteten Menschen nicht mehr die gleichen Chancen einräumt, angefangen vom Kindergartenplatz bis zur Jobwahl.
Um seinen Traum dennoch zu realisieren, nimmt Vincent die Identität des zwar genetisch perfekten aber querschnittsgelähmten Jerome (Jude Law) an, der sich aufgrund seiner Lähmung sich ebenfalls am Rande der Gesellschaft sieht und an deren Leben er nicht mehr teilnimmt. Die “Symbiose“ ermöglicht es Vincent den lang ersehnten Zugang zum Raumfahrt Programm zu erhalten, indem Jerome ihm seine genetische Identität zur Verfügung stellt. Im Gegenzug kann Jerome seinen Lebensstil weiter finanzieren und seinem Namen gesellschaftliches Ansehen verschaffen. Als kurz vor dem Start des Raumschiffes ein Mord geschieht droht im Zug der Ermittlungen die Identität Jeromes alias Vincent entdeckt zu werden. Vincent sieht sich im Zuge seiner Ermittlungen mit seinen Bruder Anton konfrontiert, der als Ermittler das Doppelspiel bemerkt.
Der Film zeigt eine Gesellschaft, die durch Überinterpretation der Genetik eine, wenn auch vielleicht angewollte, Zweiklassengesellschaft geschaffen hat, die trotz gesetzlicher Vorgaben nur auf dem Papier gerecht ist. Der Film zeigt wie wichtig es ist, die Gesellschaft auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik vorbereiten, um Bedenken und Ablehnung neuer Technologien vorzugreifen. Gattaca versucht auch mit dem Vorurteil der Allmacht der Gene und dem damit einhergehenden Determinismus aufzuräumen, den letztlich ist es das Individuum selbst und seine ganz persönliche Motivation, die darüber entscheiden was man will erreichen will und kann.